Warum ich draußen bin – und warum meine Naturfotografie vor der eigenen Haustür beginnt
- 02. September 2026
- 4 Min. Lesezeit

Manchmal braucht es gar nicht viel, um wieder bei sich selbst anzukommen.
Bei mir reicht oft eine Kamera, ein paar Stunden Zeit und der Weg hinaus in die Natur. Am liebsten nicht irgendwo weit entfernt, sondern direkt vor meiner eigenen Haustür.
Dort beginnen Streuobstwiesen, Wälder ziehen sich durch die Landschaft, ein kleiner Fluss schlängelt sich durch den Ort und dazwischen liegen einige kleine Weiher. Eigentlich nichts Spektakuläres – und doch gibt es dort immer wieder etwas zu entdecken.
Vielleicht liegt genau darin für mich der besondere Reiz der heimischen Natur.
Die Natur war schon immer ein Teil meines Lebens

Meine Verbindung zur Natur ist nichts, was erst mit der Fotografie entstanden ist. Ich bin schon immer gerne draußen gewesen.
Das liegt sicherlich auch an meinem Elternhaus. Ich wurde von klein auf dafür sensibilisiert, die Natur und ihre Bewohner zu respektieren, zu schützen und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Natur war für mich deshalb nie einfach nur eine schöne Kulisse, sondern immer ein Lebensraum, den es zu bewahren gilt.
Meine erste Berührung mit der Fotografie hatte ich ungefähr mit 13 Jahren. Damals bekam ich meine erste analoge Spiegelreflexkamera geschenkt.
Von heutigen Möglichkeiten war die Fotografie damals natürlich noch weit entfernt. Kein Display, auf dem man sofort sehen konnte, was man gerade fotografiert hatte. Jeder Auslöser war irgendwie bewusster – schließlich war der Film irgendwann voll und man musste warten, bis die Bilder entwickelt waren.
Aber genau dort haben meine ersten Gehversuche mit der Fotografie begonnen.
Zur eigentlichen Naturfotografie sollte es allerdings noch eine ganze Weile dauern.
23 Jahre später begann etwas Neues

Erst etwa 23 Jahre später habe ich wieder intensiver zur Fotografie und vor allem zur Naturfotografie zurückgefunden.
Der Wunsch dahinter war eigentlich gar nicht in erster Linie, bessere Fotos zu machen.
Ich wollte wieder mehr Zeit draußen verbringen.
Ich wollte Abstand vom Alltag gewinnen, den Kopf frei bekommen und neue Kraft tanken. Der Alltag ist oft laut, schnell und voll. Draußen ist das anders.
Wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin, kann ich diesen ganzen Trubel hinter mir lassen.
Dann gibt es nur noch den Weg, das Licht, die Geräusche der Natur – und den Moment.
Und genau das bedeutet Fotografie für mich heute vor allem: abschalten.
Wenn die Zeit plötzlich keine Rolle mehr spielt

Naturfotografie hat mich vor allem eines gelehrt: Geduld.
Man kann nicht einfach hinausgehen und erwarten, dass die Natur genau dann das perfekte Motiv präsentiert, wenn man es möchte.
Ein Vogel sitzt vielleicht irgendwo im Gebüsch und lässt sich nicht blicken. Ein Reh verschwindet nach wenigen Sekunden zwischen den Bäumen. Ein Frosch bewegt sich genau in dem Moment, in dem man eigentlich schon dachte, jetzt passt alles.
Und manchmal passiert auch einfach gar nichts.
Aber auch das gehört dazu.
Denn während man wartet, beginnt man irgendwann, anders hinzusehen.
Man entdeckt plötzlich die kleinen Dinge. Das Licht, das durch die Blätter fällt. Einen Tautropfen auf einem Grashalm. Farben, die man auf dem täglichen Weg vielleicht schon hundertmal gesehen und trotzdem nie bewusst wahrgenommen hat.
Man muss sich nur die Zeit nehmen.
Meine Motive? Eigentlich alles, was mir draußen begegnet

Ich möchte mich fotografisch gar nicht auf ein bestimmtes Motiv festlegen.
Vögel faszinieren mich genauso wie Säugetiere oder Amphibien. Aber auch Pflanzen und die kleinen Details der Natur haben ihren festen Platz in meinem Repertoire.
Was mir vor die Kamera kommt, darf mich überraschen.
Eine wichtige Grenze gibt es für mich allerdings: Meine Tierfotografie findet in der freien Natur statt.
Bilder aus Tierparks oder Gehegen wirst du hier deshalb nicht finden.
Mir geht es darum, Tiere dort zu erleben und zu fotografieren, wo sie tatsächlich leben – in ihrem natürlichen Lebensraum. Das bedeutet manchmal, dass man sehr viel Geduld braucht, manchmal lange unterwegs ist und manchmal mit leeren Händen beziehungsweise einer leeren Speicherkarte nach Hause kommt.
Aber wenn dann plötzlich ein wild lebendes Tier vor einem auftaucht, ist genau dieser Moment etwas ganz Besonderes.
Die Kamera ist dabei eigentlich nur Mittel zum Zweck

Über meine Ausrüstung könnte ich sicherlich einiges erzählen. Ich bin schon sehr lange im Sony-Alpha-Universum zu Hause.
Aber ehrlich gesagt ist die Ausrüstung für mich eher zweitrangig.
Natürlich kann gutes Equipment hilfreich sein und bestimmte fotografische Möglichkeiten eröffnen. Am Ende entscheidet für mich aber nicht die Kamera darüber, ob ein Bild etwas Besonderes ist.
Viel wichtiger sind der Moment, das Licht, die Perspektive – und manchmal schlicht die Geduld, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Die Kamera hilft mir dabei, das festzuhalten, was ich draußen erlebe.
Der eigentliche Grund, warum ich draußen bin, ist sie nicht.
Heimische Natur ist alles andere als langweilig

Je länger ich mich mit unserer heimischen Natur beschäftige, desto faszinierender finde ich ihre Vielfalt.
Es gibt so unglaublich viel zu entdecken.
Farben, Formen, Strukturen, Geräusche und Bewegungen. Und mit jeder Jahreszeit verändert sich die Landschaft wieder ein Stück.
Was heute noch unscheinbar wirkt, kann morgen schon völlig anders aussehen.
Ich glaube, genau deshalb lohnt es sich, nicht immer nach den großen und spektakulären Motiven zu suchen. Manchmal muss man einfach stehen bleiben und genauer hinsehen.
Die schönsten Entdeckungen liegen nicht selten direkt vor unserer Haustür.
Und genau dort beginnt dieser Blog

Mit diesem Blog möchte ich dich ein Stück weit mitnehmen.
Mit hinaus in die Streuobstwiesen, an den kleinen Fluss, zu den Weihern und in die Wälder vor meiner Haustür.
Ich möchte dir zeigen, was mir dort begegnet, welche Geschichten hinter meinen Bildern stecken und warum ich immer wieder gerne losziehe, auch wenn ich nicht weiß, was mich erwartet.
Dabei wird es nicht ausschließlich um fertige Fotos gehen.
Es wird um Naturerlebnisse gehen, um besondere Begegnungen, um die kleinen Dinge und natürlich auch um die Fotografie selbst.
Aber vor allem möchte ich meine Begeisterung für unsere heimische Natur mit dir teilen.
Denn vielleicht ist genau das meine wichtigste Erkenntnis aus all den Jahren:
Man muss nicht weit reisen, um etwas Besonderes zu erleben.
Man muss nur hinausgehen.
Und sich die Zeit nehmen, wirklich hinzusehen.
Schön, dass du hier bist.

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